Visualisierung: Umfang Stasi-Daten vs Umfang NSA-Daten

Die Leute von Open Data City haben mal visualisiert, wie viel Daten die NSA im Vergleich zur Stasi speichert und wie diese im Vergleich zu den Aktenbergen der Stasi aussehen würden. Hier die Map mit Begleittext.

Imposant oder? Aber es ist alles nicht so schlimm, die Frau Bundeskanzlerin hat mit Obama telefoniert und Innenminister Friedrich fährt höchstpersönlich nach Washington um sich Tipps zu holen, wie man Derartiges auch hier einsetzen könnte die Sache vollumfänglich(!) aufzuklären. Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen. Viel Spaß beim Zoomen.

Der Bundespräsident Joachim Gauck stellte im ZDF-Sommerinterview am 30.6.2013 fest, dass die NSA nicht mit der Stasi zu vergleichen sei:

“Wir wissen zum Beispiel, dass es nicht so ist wie bei der Stasi und dem KGB, dass es dicke Aktenbände gibt, in denen unsere Gesprächsinhalte alle aufgeschrieben und schön abgeheftet sind. Das ist es nicht.
Diese Feststellung ist völlig korrekt. Kommunikationsinhalte werden bei der NSA nicht aufgeschrieben und abgeheftet, sondern digital erfasst, gespeichert und können in wenigen Sekunden durchsucht und wiedergefunden werden.”

Im Gegensatz zur Stasi kann die NSA auf neue Technologien setzen und somit Informationen in einem gigantischen Ausmaß sammeln. Um sich davon ein Bild machen zu können, haben wir in dieser kleinen App die Datenmengen miteinander verglichen:

Laut einem Bericht des NPR, wird das Datenzentrum der NSA in Utah 5 Zettabytes (5 Mrd. Terabyte) speichern können. Unter der Annahme, dass ein Aktenschrank 0,4 m² Platz benötigt und 60 Aktenordner (= 30’000 Seiten Papier), also etwa 120 MB Daten fassen kann, würde das Utah-Rechenzentrum ausgedruckt etwa 17 Mio. Quadratkilometer Platz verbrauchen. Damit kann die NSA fast 1 Milliarde Mal mehr Daten erfassen als die Stasi!


Gehe zu Stasi versus NSA. Realisiert von CC-BY 3.0 OpenDataCity.

(via Metronaut)

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Comments: 18

  1. peter 4. Juli 2013 at 21:45 Reply

    wenn die damals die gleiche technologie gehabt hätten, hätte ein ausdruck der statiakten das ganze universum gefüllt…

  2. Friedrich 4. Juli 2013 at 22:23 Reply

    @ Ronny: willst n keks?

    • Ronny 4. Juli 2013 at 22:25 Reply

      Haste ein? Aber ohne Dinkel oder so’n Müll! Und nur mit Schokolade.

      (Meine Mutter meinte immer, “Wer fragt, der gibt nicht gerne.”)

  3. Timski 4. Juli 2013 at 23:40 Reply

    Du hast da zuviel als Gauck Zitat makiert.

    • Ronny 4. Juli 2013 at 23:42 Reply

      Nein. In dem Zitat von Open Data steckt noch das Gauck Zitat.

      • Timski 6. Juli 2013 at 00:51 Reply

        ich sehe was du meinst, aber auf der OpenData Seite ist das Zitat auch eingeschoben. Bei dir nicht mehr.. So war ich beim lesen erstmal verwirrt. Das wollte ich bemerken.

  4. Gast 5. Juli 2013 at 03:07 Reply

    Naja, ist schon interessant, dennoch könnte nun endlich einmal auch die Frage gestellt werden, wie demokratisch eigentlich Gesetze sind, die solche Datenerhebungen ermöglichen. Die Aktivitäten der NSA sind aus meiner Sicht nur ein Sympton, das auf tiefergehende Ursachen hinweist. Eine entsprechende Diagnostik und Therapie sind dringend nötig. ;)

    • Don Melon 5. Juli 2013 at 11:33 Reply

      Ich Ninja-Zitier hierzu einfach mal Fefe, welcher da Anne Will Sendung Kommentiert:

      ” Besonders großartig wurde das, als Denison (leider kaum hörbar in dem Stimmengewirr) einzuwenden versuchte, auch die US-Programme seien ja gesetzlich klar geregelt und die Geheimdienste in den USA unterlägen ja auch strenger parlamentarischer Kontrolle. Das stimmt natürlich in jeder Hinsicht. (Deshalb ist es nicht ausreichend, wenn etwas legal ist. Auch Hitlers Machtergreifung war legal. Man braucht da höhere Maßstäbe) Gabriel selbst wandte mehrfach ein, man habe ja im NSU-Ausschuss sehen können, wieviel von Zusicherungen der Dienste und parlamentarischer Kontrolle zu halten sei. Ganz großes Kino.”
      quelle: http://blog.fefe.de/?ts=af2a0605

  5. [...] Mutters Fischwerk: So richtig kann sich keiner vorstellen, wie viele Daten die NSA wirklich speichert. Herr Gauck meinte lapidar, dass es nicht so ist wie bei der Stasi damals. Ronny hat eine Visualisierung des Umfangs der Stasi-Akten im Vergleich zum Umfang der NSA-Daten. [...]

  6. minjung 5. Juli 2013 at 12:05 Reply

    Unvorstellbar, trotz Verbildlichung, jetzt ma echt.

  7. [...] (via ronny) [...]

  8. [...] Für etwas mehr Kontext hier das ganze Interview, das Zitat oben nach Minute neun. (via Kraputt.) [...]

  9. [...] Das Planungssystem zur Integration, Synchronisation und Verwaltung von Quellen (Planning Tool for Resource Integration, Synchronization, and Management – kurz: PRISM) der NSA und analoge Bestrebungen legen Datensammlungen an, deren Umfang kaum mit menschlichen Begriffen fassbar ist. OpenDataCity hat Angesichts des Vergleichs von Bundespräsident Gauck mit den Stasi-Aktenschränken den Platzverbrauch im Vergleich visualisiert. (/via Kraftfuttermischwerk) [...]

  10. Ragnar 6. Juli 2013 at 20:24 Reply

    Sie wissen immer noch nicht was das Internet ist, sie wissen aber leider auch sonst recht wenig über das digitale Zeitalter, unsere Gewählten.

    • Hmm... 10. Juli 2013 at 01:24 Reply

      Könnte es sein, dass Du Dich da grundsätzlich irrst? ;)

  11. [...] im Yottabereich benötigt. Ronny hatte einen Artikel veröffentlicht, der die Menge der Stasi-Daten mit dem Speicherbedarf der NSA vergleicht. Inzwischen mehren sich auch die innerhalb Amerikas kritische Stimmen. Währenddessen empfiehlt [...]

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